Private Haftpflichtversicherung

Ganz klar: Die private Haftpflichtversicherung ist ein Muss. Ich finde, sie sollte eine Pflichtversicherungen für jeden sein. Warum?

Jeder kann schnell mal einen anderen einen hohen Schaden zuführen. Dann zahlt die private Haftpflichtversicherung diesen Schaden. OK, jetzt ist Dir vielleicht klar, dass du mit dem Auto einen großen Schaden anrichten kannst. Einen Schaden, den du dann nicht mehr bezahlen kannst. Aber du meinst ohne Auto ist das nicht möglich. FALSCH. Hier ein Beispiel:

Frau Meier hat es eilig und überquert eine rote Ampel. Daraufhin muss ein Auto scharf bremsen, woraufhin es zu einem Auffahrunfall mit einem Bus kommt. Sowohl der Fahrer des Autos als auch der des Busses und einige Fahrgäste werden verletzt. Aus dem Unfall resultieren sowohl Schadenersatzansprüche für die beschädigten Fahrzeuge als auch Personenschäden und daraus resultierende Schmerzensgeldforderungen von insgesamt 750.000 Euro.

Dies kommt nicht so häufig vor, ich weiß. Aber es gibt auch nicht so dramatische Fälle, die dafür viel häufiger vorkommen. Auch hier ein Beispiel:

Martin ist Student und hilft öfter mal Freunden beim Umzug. Bei einer Hilfsaktion lässt er versehentlich den Computer eines Freundes fallen, der daraufhin nicht mehr funktioniert. Der PC war noch recht neu, es entsteht ein Schaden von etwa 1.500 Euro.

Das Schöne ist: Die private Haftpflichtversicherung ist nicht teuer. Für 2 – 8 € im Monat bist du versichert. Deswegen: Schließ diese Versicherung ab. Hier habe ich mal die günstigen 3 von Check24.de aufgelistet.

Die 2. Versicherung kostet 29,60 € im Jahr, das sind gerade mal 2,47 € im Monat. Außerdem ist hier noch eine Schlüsselversicherung für die Mietwohnung dabei. Das ist praktisch. Denn manche Vermieter bestehen bei Schlüsselverlust, das direkt das ganze Schloß ausgetauscht werden muss, was gerade bei neuen Wohnungen und Schließanlagen teuer werden kann. Und wie schnell hat man nach einer durchzechten Partynacht mal den Schlüssel verloren.

Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)

Viele Experten meinen, dass man eine BU haben sollte. Ich bin da anderer Meinung. Ich habe selber keine BU. Aber als Lehrer habe ich auch leicht reden. Werde ich nämlich berufsunfähig, dann bekomme ich immerhin einen Teil (einen kleinen Teil) meiner Pension. Viele meiner Lehrerkollegen haben aber trotzdem noch zusätzlich eine BU um im Falle ihren Lebensstandard aufrecht erhalten zu können.

Ich denke mir, aber immer: Welcher Fall soll eintreten, dass ich als Lehrer berufsunfähig werde? Ich bin sehr sportlich unterwegs. Meine Hauptgefahr ist, dass ich querschnittsgelähmt werde, durch einen Snowboardunfall. Aber selbst dann kann ich noch arbeiten.

Bei Lehrern ist der häufigste Fall der zur Berufsunfähigkeit führt der Burnout. Und ich kenne mich, ich bekomme keinen Burnout, da ich mit Stress sehr gut umgehen kann bzw. diesen oft gar nicht empfinde. Also brauche ich mich auch nicht dagegen versichern lassen.

Aber nochmal langsam: Die BU versichert den zuletzt ausgeübten Beruf. Wegen welcher Erkrankung Sie Ihren Job nicht mehr machen können, spielt dabei keine Rolle. Die meisten Versicherer zahlen, wenn Sie – ärztlich nachgewiesen – zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig sind.

Was heißt zu 50% berufsunfähig?

Dazu liest man oft folgendes: Wenn Sie statt bisher 8 Stunden nur noch 4 Stunden am Tag arbeiten können, ist das ein Anhaltspunkt dafür, dass Sie Berufsunfähig sind. Das suggeriert schon, das die BU am ehesten bei Berufen greift, die eine körperliche Arbeit voraussetzt. Und tatsächlich: Chronische Erkrankungen wie Rheuma, Gicht, Osteoporose und Arthrose sind die häufigsten Ursachen einer Berufsunfähigkeit bei der Erkrankung des Bewegungsapparates. 

Jemand, deren Arbeit körperlich sehr anstrengend ist, ist eher von diesen Krankheiten betroffen und sollte auf jeden Fall eine BU haben. Wenn jemand eher einen Bürojob hat, braucht er vielleicht keine BU. Oder zumindest sollte er sich überlegen, was dazu führen könnte, dass er berufsunfähig wird. Über 31% aller Antragstellungen für eine BU-Rente sind mittlerweile auf psychische Erkrankungen wie Depression oder Burnout zurückzuführen. Wenn man denkt, dass man dafür anfällig seien könnte, dann ist auch im Bürojob eine BU sehr zu empfehlen.

Im Unterschied zu einer privaten Haftpflichtversicherung ist eine BU sehr teuer. Ich habe bei CHECK24 mal folgende Daten eingegeben:

Man bekommt hier bis zum Eintritt in die Rente, also bis zum 67. Lebensjahr 1500 € pro Monat. Danach bekommt man leider eine sehr kleine Rente, weil man ja sehr lange nicht eingezahlt hat. Schauen wir mal, wieviel die Versicherungen kosten:

Nehmen wir jetzt mal an, dass wir zum Leistungssieger gehen und 53,70 € im Monat bezahlen. Man könnte diesen Betrag stattdessen auch monatlich sparen und für 5% (ist ein durchaus auch in der heutigen Zeit realistischer Wert) investieren. Dann hätte man nach 45 Jahren (so lange muss man arbeiten um abschlagsfrei in Rente zu gehen) die Summe von 108.660 € angespart. Das ist zusätzlich zur gesetzlichen Rente (die nicht so groß sein wird) eine schöne Summe angespart. Und an dieses Geld kann man jederzeit ran und frei darüber verfügen.

Fazit:

Eine private Haftpflichtversicherung ist günstig (ca. 5€ im Monat) und sollte jeder haben, da sie einen vor den finanziellen Ruin schützt. Eine BU ist empfehlenswert, da es passieren kann, dass man berufsunfähig wird. Jeder sollte sich aber gut überlegen, ob er sie wirklich braucht, da sie schon recht teuer ist (mindestens 50 € im Monat). Und oft kann man zwar nicht mehr im aktuellen Beruf arbeiten, aber könnte einen anderen Beruf ergreifen.

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