Vor Kurzem habe ich das das Buch „Die 7. Wege zur Effektivität“ von Stephen R. Covey zum zweiten Mal gelesen. Die Klarheit und Logik dieses Buches faszinieren mich. Es handelt davon mithilfe von 7.Wegen sein Leben effektiv, also sinnvoll und lohnenswert, zu gestalten. In dieser Reihe beschreibe ich mit Beispielen, wie ich versuche jeden diese 7. Wege in meinem Leben anzuwenden.

3 Das Wichtigste zuerst machen

Viele werde jetzt sagen: „Das ist doch klar, das mache ich doch schon!“ Aber viele verwechseln dabei WICHTIG mit DRINGEND! Im Internet habe ich nach einem passenden Bild für diesen Beitrag gesucht und dieses gefunden. Das ist ein typisches Beispiel, das man oft denkt, das Wichtigste ist auch das Dringendste. Aber das ist ein Trugschluss.

Dieses Bild spiegelt den typischen Fehler unserer Gesellschaft dar. Nicht immer ist das, was dringend ist auch wichtig!

Ein konkretes Beispiel: Etwas das als Dringend empfunden wird, ist häufig das Klingeln des Smartphones, sei es wegen eines Anrufs oder einer Nachricht. Ich kenne wenige, die ihr Smartphone ausschalten oder in den „Nicht stören“-Modus schaltet, wenn sie sich mit jemand anderem treffen. Viele gehen, obwohl sie in einem persönlichen Treffen sind, an das Smartphone ran und lassen denjenigen mit dem sie sich persönlich getroffen haben warten. Das ist unhöflich. Das Telefonat kann eher warten, als das persönliche Treffen. Das Smartphone mag vielleicht dringend erscheinen, ist aber nicht wichtig. Das persönliche Treffen schon.

Kurze Zusammenfassung

Im ersten Weg haben wir gelernt, dass wir proaktiv sein müssen. Wir sind unseres eigenen Glückes Schmied und müssen die Dinge selbst in die Hand nehmen.

Im zweiten Weg ging es darum, selbst festzulegen, was für einen das Wichtigste im Leben ist.

Der Dritte Weg ist die proaktive Umsetzung des zweiten Weges. Im zweiten Schritt haben wir festgelegt, was uns wichtig ist! Dies müssen wir jetzt umsetzen.

Wichtig und Dringend

Man kann im Endeffekt alle Tätigkeiten in zwei Kategorien einteilen: „Wichtig“ und „Dringend“. Damit ergeben sich vier Felder.

Mit den Dingen aus Quadrant 2 solltest du die meiste Zeit verbringen. Viele Menschen machen genau das nicht.

Dinge im 1. Quadrant (oben rechts) sind wichtig und dringend. Für viele Lehrer ist dies den Unterricht für den nächsten Tag planen. Dies ist dringend, aber nicht zwangsläufig wichtig (Wenn es eine Lehrprobe ist, dann wäre es wichtig). Aber ansonsten ist es auch kein Beinbruch, wenn eine Unterrichtsstunde nicht perfekt geplant ist. Die Klassenarbeit für den nächsten Tag fertig machen ist wichtig und dringend. Machst du hier einen Fehler, dann zieht es weitere Probleme nach sich.

Man sollte vorallem Dinge aus dem 2. Quadrant (oben rechts) machen. Diese sind wichtig, aber nicht dringend. Hier stehen oft die Dinge, die man im zweiten Weg für sich als wichtig festgelegt hat. Also zum Beispiel:

  • Mehr Zeit zu zweit mit meinem Partner verbringen
  • Mehr Zeit mit meinen Kindern verbringen
  • Sport zu machen
  • Bücher zu lesen
  • Sich selber weiterzubilden

Dieses sind die wichtigsten Dinge, die aber oft vernachlässigt werden, weil man noch was vermeintlich wichtiges für die Arbeit machen muss. Dies ist aber selten wichtig, sondern nur dringend.

Dinge im 3. Quadrant sind dringend, aber nicht wichtig. Viele Menschen machen oft Dinge aus diesem Quadranten und denken dabei, dass es sich um Dinge aus dem 1. Quadranten handelt. Viele Arbeitnehmer fangen am Morgen als Erstes an ihre E-Mails zu beantworten. E-Mails können zwar manchmal dringend sein, sie sind aber nie so wichtig, als dass man sie direkt am Anfang machen sollte.

Im 4. Quadrant sind dann die unwichtigen und nicht dringenden Dinge. Also Fernsehen schauen, Facebook, Instagram, etc.

Der Wochenplan

Mein Tipp ist es, sich einen Wochenplan zu machen. Die Dinge, die für einen wichtig sind, trägt man sich fest in diesen Plan ein. Da kann man dann zum Beispiel einen festen Tag vereinbaren, an dem man immer etwas mit dem Partner oder den Kindern macht. Man kann genau notieren, an welchen Tag man welchen Sport macht. Auch wenn es auf den ersten Blick albern erscheint, kann man sich feste Tage und Zeiten einplanen, in denen sich weiterbildet, indem man zum Beispiel ein Buch liest.

Es ist dann aber entscheidend, dass man diese Dinge auch wirklich als Erstes macht und sie nicht aufschiebt. Am Besten fängt man mit einer Sache an, zum Beispiel, dass man sich einen Tag vornimmt, an dem man immer etwas mit dem Partner macht und sich dann auch wirklich daran hält.

Konkret

Für Lehrer

Oft sitzt man am Abend da und will noch die Unterrichtsstunde für den nächsten Tag fertig machen. Eigentlich hatte man sich vorgenommen noch mit einem Freund Sport zu machen, aber man sagt dies wegen der Unterrichtsvorbereitung ab. Dies sollte man nicht tun. Lieber macht man etwas mit seinem Partner, geht zum Sport oder frönt seinem Hobby und die nicht perfekt geplante Unterrichtsstunde am nächsten Tag ist dann auch kein Beinbruch. Probiert es aus und ihr werdet überrascht und begeistert sein, wie gut manchmal nicht perfekt geplante Stunden werden können.

Als Schüler

Mathe ist nicht dein Fach, aber du hast Dir dieses Jahr vorgenommen eine „Zwei“ zu schreiben. Dann plane jede Woche an den Abenden vor den Tagen der nächsten Mathestunde feste Zeiten ein, in denen du den Mathestoff der letzten Stunde wiederholst. In der nächsten Stunde kannst du dich dann viel öfters melden, machst damit einen guten Eindruck und kommst auch besser mit.

Bei unserem Unternehmen Flip the Classroom

Wir treffen uns einmal die Woche. Am Anfang dieses Tages reden wir kurz über die Dinge, die wir machen wollen. E-Mails beantworten steht immer auf der Liste, kommt aber bewusst ganz nach hinten. Und wenn wir am Ende keine Zeit mehr dafür haben, ist dies auch kein Beinbruch. Schlimmer wäre es, wenn wir am Anfang ausführlich die E-Mails beantwortet hätten und dann keine Zeit mehr für unsere wichtigen Projekte, wie Erklärfilme drehen oder Bücher schreiben gehabt hätten.

Fazit

Deine wichtigsten Dinge ergeben sich aus dem Schritt 2. Nimm Dir am Anfang nicht zu viel vor. Ein oder zwei wichtige Dinge reichen. Lege diese aber dann in einem Wochenplan fest und halte sie auch ein. Nach einiger Zeit ergibt sich dann eine Routine und es wird dir viel leichter fallen, diese Dinge zu machen. Du wirst sehen: Wenn du regelmäßig die wichtigen Dinge tust, macht das einen enormen Unterschied und wird dein Leben bereichern.

  • Überlege, ob es in deinem Leben Dinge gibt, die du für wichtig hälst, aber die in Wirklichkeit nur dringend sind.
  • Stelle diese Matrix für Dich auf und notiere in die Felder, was für Dich wichtig bzw. dringend ist.
  • Sag uns deine Meinung: Hälst du das Konzept für sinnvoll?
8

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.